Niveauvoll und abwechslungsreich
Herbstkonzert: Blasorchester und Jugendkapelle des Musikvereins begeistern im Dornauer Bürgerhaus

5ULZBACH-DORNAU
Einen unterhaltsamen Abend erlebten Freunde niveauvoller Blasmusik am Samstagabend im herbstlich geschmückten Bürgerhaus. Nach Jahren der Sommerserenaden hatte der Musikverein wieder einmal ein Konzert organisiert, zur Freude des Vorsitzenden Uwe Ott im voll besetzten Saal. Das Blasorchester Dornau und die Jugendkapelle Kleinwallstadt-Dornau brachten sowohl Stücke aus der klassischen Blasmusik als auch Musical-. Rock-, Pop- und Filmmelodien zu Gehör.

Das erstaunlich gute Zusammenspiel der Jungmusiker, die ihren ersten Auftritt in dieser Zusammensetzung hatten, ist kein Zufall: Als »Musikstrolche« probten die meisten von ihnen schon vier Jahre zusammen. Die Nachwuchsarbeit wird großgeschrieben, den Jüngsten musikalische Früherziehung und Instrumentenunterricht angeboten. Dabei hat sich die Zusammenarbeit der Musikvereine Kleinwallstadt und Dornau über Jahrzehnte bestens bewährt. Die der Jugendkapelle entwachsenen Musiker integrieren sich später in die Blaskapellen beider Ortschaften.

Kiss und Kastagnetten
Zum Vergnügen der Zuhörer moderierten Lena Aulbach, Dominik Usinger, Viola Köhler, Tjark Schneider, Klara Golombek und Simon Kirchgäßner ihre »musikalische Weltreise« selbst. Dass sich das fleißige Proben mit Dirigent Michael Scharf einschließlich einer langen Probenacht gelohnt hat, zeigte ihr beachtliches Können, für das sie begeisterten Applaus ernteten. Nach dem schwungvollen Auftakt mit dem Konzertmarsch »Transformers« folgte die Polka »Springbreak«, beides von Alexander Pfluger komponiert. Die sanfte Melodie »Irish Dream« vermittelte den Charme der grünen Insel. Zwei Stücke des Niederländers Jacob de Haan hatten sie im Gepäck »Tell me«, angelehnt an das Hauptthema der Rossini-Oper Wilhelm Tell und »Spanish Nights«, bei dem mit Kastagnetten das spanische Temperament bestens dargestellt wurde. Mit »Smoke On The Water« von Deep Purple und »I Was Made For Loving You« von Kiss waren sie bei der Rockmusik gelandet. Ein Highlight setzten die Jungmusiker mit der Zugabe »Fluch der Karibik«. Bei dem anspruchsvollen Stück punkteten sie wie beim gesamten Auftritt mit präzisen Einsätzen, gelungenen Wechseln von Tempo, Rhythmus und Dynamik und sauber gemeisterten Übergängen.

Ein durchweg harmonisches Bild bot im zweiten Teil des Abends das Blasorchester mit Andrea Arnold am Taktstock. Der böhmisch-mährischen Blasmusik trugen sie Rechnung mit Stücken wie dem zünftigen Egerländer Musikantenmarsch von Ernst Mosch, der Sehnsuchtspolka und dem Walzer »Moldauwellen«. Als flotten Wachmacher bezeichnete Kilian Reus, der gekonnt humorvoll durch das Programm führte, das in der Höhe fordernde Stück »Goldene Tenorhörner«.

Herrlicher Glanzpunkt
Einen herrlichen Glanzpunkt setzten die Musiker mit der festlichen Serenade von Hans Hartwig mit Elementen des Großen Zapfenstreiches deutscher Militärmusik, in der anstelle der Nationalhymne das Volkslied »Kein schöner Land« erklang. Die jungen Solisten Johnny Tevlin und Lukas Kunkel an Trompete und Pauken boten im Zusammenspiel mit der Kapelle einen Hörgenuss, für den sie mit starkem Beifall und Bravorufen belohnt wurden. Nach einem Ausflug in die Popmusik mit »Uptown Girl« und »When You Say Nothing At All« verlangte das Potpourri »Lion King« den Musikern noch einmal einiges ab, bevor sie sich mit »Thank you for the Music« von Abba beim aufmerksamen Publikum bedankten und ihm drei Zugaben gewährten.