Musikverein Dornau Rock, Pop und Filmmusik

Serenade: Musikstrolche, Jugend- und Blaskapelle sorgen für konzertante Stimmung am Dornauer Bürgerhaus


Sulzbach-Dornau Obwohl der Dornauer Musikverein sich in seiner Instrumentierung am böhmisch-mährischen Sound orientiert, geht die Entwicklung auch bei ihm in Richtung populäre Unterhaltungsmusik mit der Verfeinerung des Instrumentalspiels. Ein Beleg dafür war das umfangreiche Mixprogramm, das er als Serenade angekündigt hatte und mit drei Ensembles am Sonntagnachmittag seinen zahlreichen Gästen am Bürgerhaus bot.Einen facettenreichen Musikblock präsentierte die aktive Blaskapelle.

Rhythmik und Romantik Zum Einstieg spielten die Kleinsten, die Musikstrolche. Je zur Hälfte Kleinwallstädter und Dornauer und erst ein Jahr zusammen, bewältigten sie unter der Leitung von Bernhard Kopp mehrere einstimmige Passagen aus bekannten Operetten- und Volksliedmelodien. Während der »Dreischlag-Jam« sofort Rhythmik erforderte, waren bei Offenbachs »Barcarole« und Edvard Griegs »Morgenstimmung« (aus Peer Gynt) Romantik gefragt. Beim Klatschlied und einem Kosakentanz folgten die Buben und Mädchen diszipliniert der raschen Taktfolge des Dirigenten. Schließlich setzten sie in Lehars Walzerpassage aus der »Lustigen Witwe« die richtige Betonung des Dreiviertel-Taktes. Im Finalblock mussten die Nachwuchsmusiker auch in der Mehrstimmigkeit bestehen. Das bewiesen die Posaunen bei »Ragtime« und alle Register beim Titel »Old Mac Donald had a band«.

Mit sieben Titeln beteiligte sich die Jugendkapelle an der Serenade und erzeugte sofort konzertante Stimmung beim Publikum. Auch deshalb, weil der Schwerpunkt im Bereich Rock, Pop und Filmmusik lag. Die Ballade »One Moment In Time« war ein melodischer Genuss. Dominant bewährten sich Posaunen und Trompeten beim Poptitel »Hang On Sloopy« in der Melodieführung. Beim Rocktitel »Born To Be Wild« konnten die Gäste freiheitlichen und ausgelassenen Gedanken nachhängen. Unter der Leitung von Andrea Arnold begann und endete der Musikblock der Jugend mit einem Marsch. Carl Teikes »Alte Kameraden« hat seine Zugkraft nicht verloren.

Die russische Seele offenbart Unter der umsichtigen Leitung von Michael Scharf stellte sich die aktive Blaskapelle mit einem facettenreichen Musikblock vor. Auch sie begann mit einem Konzertmarsch von Franz Watz, der als Insider der Blasmusik gilt. Der bayerische Einschlag in der Polka »Steckerlbeißer« ist allein schon wegen des starken Klarinettenregisters unverkennbar. Der Song »New York, New York« aus dem gleichnamigen Musical war wohl der Renner des Abends. Michael Scharf spielte den Solopart der Posaune. Und das Orchester agierte akzentuiert mit schöner verzogener Ausdeutung. Das Medley »Wo die Wolga fließt« offenbarte die ganze russische Seele vom Kasatschok bis zur Schiwagomelodie. Schließlich setzte die Kapelle mit dem träumerischen Evergreen »German Folk« und dem Hardrock-Titel »Just A Gigolo« den Schlusspunkt eines erfolgreichen Abends. Stephan Bachmann war ein informativer und kurzweiliger Moderator.