Musikverein Dornau Von Ode an die Freude bis zum Fluch der Karibik

Serenade Dornauer Blasmusiker beweisen Vielseitigkeit


Sulzbach-Dornau Mit einem bunten Programm aus klassischer Blasmusik, Rock, Pop, Schlager und Musicalmelodien erfreute am Sonntagnachmittag der Musikverein Dornau am Bürgerhaus sein Publikum. In einem als Serenade angekündigtem Konzert offenbarten Blaskapelle, gemischte Jugendkapelle und die Musikstrolche aus Kleinwallstadt und Dornau ihre Leistungsstärke.

Gemessen an der Einwohnerzahl des Höhenortes Dornau ist das blasmusikalische Potenzial überdurchschnittlich hoch. Die als Anfängerformation gastierenden Musikstrolche bewältigten fünf Titel als ein- oder zweistimmige Sätze mit ansprechender Tonreinheit und gutem Einsatzgefühl. Die jungen Dirigenten Marina Reus und Bernhard Kopp hatten keine Mühe, die Kinder, die erst seit einigen Monaten zusammen sind, zu führen. So wurden "Oh Susanna", ein bekannter Ohrwurm, ein Thema aus Rossinis "Wilhelm Tell", ein Gospel oder gar Beethovens mehrstimmige "Ode an die Freude" dargeboten.

Hohe Spieltechnik Seit 25 Jahren sorgt die gemeinsame Jugendkapelle für kompetenten Nachwuchs. Die kompakt und differenziert musizierenden Jungen und Mädchen unter der wechselnden Leitung von Michael Scharf und Andrea Arnold können hohe spieltechnische Fertigkeit verweisen. Ein Titel aus "My Fair Lady" als getragene Melodie, dagegen stark rhythmisch die Polka "Ferienzeit" von Franz Watz, und wieder sehr weich fliessend ein Walzer vom gleichen Komponisten, wurden von den Gästen honoriert. Dass es die Jugend auch rockig, rhythmisch verzogen und stakkatisch kann, bewiesen die Titel "Memory" aus dem Musical "Cats", ein jamaikanischer Folk-Song und schließlich eine Filmmusik aus "Fluch der Karibik".

Fein dosiertes Zusammenspiel Die ganze Bandbreite ihres Repertoires bot die 23 Musiker starke Dornauer Blaskapelle. Auch sie wartete mit homogenem und technisch versiertem Spiel auf. Dirigent Michael Scharf führte sie mit einem zehn Titel umfassenden Programm zu anspruchsvoller Wiedergabe. So spürte man bei den Märschen die unterschiedlichen Rhythmen der jeweiligen Herkunftsländer, besonders bei dem neuseeländischen "Abel Tasman". Der Choral "Ich bete an die Macht der Liebe" (Beethoven) forderte ein fein dosiertes Zusammenspiel aller Register.

Auch die Volksmusik kam mit dem Slow-Rock "Brennende Herzen" zu ihrem Recht, wobei Michael Scharf als Soloposaunist gefiel. Tonreine Soloeinlagen brachten Alexander Hein und Steffen Köhler mit dem Tenorhorn bei der Karat-Coverversion "Über sieben Brücken". Aber auch Uwe Ott verschönerte den Erfolgsschlager "Tränen lügen nicht" mit feinem Trompetensolo. Stefan Bachmann war ein kurzweiliger und informativer Moderator.